Rentner im Fokus der Finanzämter?

(Februar 2013) Im Jahr 2005 wurde (einmal wieder) das Steuergesetz geändert. In diesem Fall auch mit Auswirkungen auf die Rentner. Seitdem muss fast jeder Rentner, jede Rentnerin eine Steuererklärung einreichen, aber wer weiß dies, wer macht eine?

 

Seit 2005 wird zum Rentenbeginn der Anteil der Rente, der zu versteuern ist, festgesetzt. Dieser zu versteuernde Betrag war bei Rentenbeginn im Jahre 2005 die Hälfte (50 %) und steigert sich sukzessive bis 2040 auf 100 % der Rente.

Der so errechnete Teil der Rente ist zu versteuern. Dabei gibt es natürlich Grund- und Freibeträge, sodass viele Rentner keine Steuern zu zahlen brauchen. An der Pflicht, eine Steuererklärung auszufüllen und einzureichen, kommt zunächst keiner vorbei. Bei jährlichen Gesamteinkünften unter 16008 € (für Ehepaare) kann ein Antrag auf Nichtveranlagung gestellt werden. Wenn dieser Antrag positiv beschieden wird, brauchen Sie keine jährliche Steuererklärung mehr abzugeben.

Renten und sonstige Einkünfte (z.B. aus Vermietung und Verpachtung, Lebensversicherung, Kapital etc.) dem Finanzamt zu verschweigen, ist absolut nicht zu empfehlen. Seit 2006 müssen die Zahlstellen dem Finanzamt Ihre Einkünfte melden, man kann auch sagen, die Ämter sind in einem Datenverbund; also: Schummeln lohnt nicht. Mehrfaches Verschweigen der Einkünfte kann als Betrugsversuch und Steuerhinterziehung gewertet werden und dem Staatsanwalt zur Prüfung übergeben werden. Wenden Sie sich an einen Fachmann, der das legal Mögliche für Sie herausholt.

In der Vergangenheit ging man davon aus, dass die meisten Renten steuerfrei waren. Aufgrund des noch nicht vorhandenen Datennetzes und der großen Zahl der Rentner (ca. 22 Millionen) konnte die Steuerpflicht auch im Einzelfall nicht geprüft werden; deshalb ging die Bevölkerung davon aus, dass Renten grundsätzlich steuerfrei gewesen seien.

Dies hat sich ab 2005 grundlegend geändert. In diesem Jahr wurde (s.o.) die Steuerpflicht der Renten neu geregelt und ab 2006 die Informationspflicht der Zahlstellen an die Finanzämter. Weil Renten vor 2005 in der Regel nicht versteuert wurden, haben die Finanzämter verstärkt Rentner angeschrieben und nach den Gesamteinkünften gefragt. Hier ist es in der Tat bei etlichen Rentnern zu einer teilweise hohen Steuernachzahlung gekommen. Diese Tatsache wurde von vielen Zeitungsblättern hochgespielt. "Aber", so Rentenberater Alfons Seyock von Rentenberatung Bonn, "denken wir doch daran: Wer viel Steuern zahlen muss, hat auch hohes Einkommen, was versteuert werden kann".

Das Fazit von Seyock, Rentenberatung Bonn: "Um bösen Überraschungen zu entgehen, muss jeder Rentner, mit Ausnahme derjenigen, die eine Nichtveranlagungsbescheinigung haben, jährlich eine Steuererklärung mit allen Einkünften dem Finanzamt geben. Nur dann sind Sie auf der sicheren Seite. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an einen Steuerfachmann".