Kontenklärung und Weg zur Rente

(August 2010) Die Rentenversicherungsträger sprechen von Kontenklärung oder Antrag auf Kontenklärung. Was ist überhaupt ein Konto bei der Rentenversicherung? Von diesem Konto können Sie kein Geld abheben und persönlich nur sehr bedingt Geld einzahlen.

Das Konto, vielfach auch Rentenkonto genannt, beinhaltet alle rentenrechtlich relevanten Zeiten und Daten von Ihnen, die der Rentenversicherungsträger von Ihnen gespeichert hat. Dieses Konto wird i.d.R. bei der Aufnahme der ersten versicherungspflichtigen Beschäftigung (auch Minijob, Zivil- Wehrdienst...) eröffnet, indem der Arbeitgeber die Aufnahme der Beschäftigung dem Rentenversicherungsträger meldet. Kurze Zeit danach erhalten Sie vom Rentenversicherungsträger eine Mitteilung, unter welcher Kontonummer Ihre Rentendaten geführt werden. Hier nennt man es aber nicht Kontonummer, sondern (Renten-) Versicherungsnummer. Wie sich diese zusammensetzt, lesen Sie bitte unter der Rubrik Tipps & Trends, April 2010 meiner Homepage.

In jedem Frühjahr oder nach dem Ende einer Tätigkeit erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber, bzw. ehem. Arbeitgeber eine Meldung zur Sozialversicherung. Diese gilt es zu prüfen, eventuelle Unstimmigkeiten mit dem Arbeitgeber zu klären. Bewahren Sie diese Meldungen in Ihrem "Rentenordner" auf. Das gleiche gilt für alle Bescheinigungen/ Bestätigungen, die für Ihre Rente relevant sein könnten, z.B. Bescheinigungen über Arbeitslosigkeit, Krankengeldbezugszeiten, Schul- und Studienzeiten etc.

Ab dem 27. Lebensjahr sollten Sie jährlich vom Rentenversicherungsträger eine Renteninformation erhalten, wenn mindestens fünf Beitragsjahre vorliegen. Diese Information beinhaltet eine Hochrechnung über die im Alter oder bei Erwerbsminderung zu erwartende Rente. Diese sind äußerst kritisch zu betrachten, bedenken Sie, wann Sie erst „in Rente“ gehen wollen und was in Ihrem persönlichen Lebensweg und in den politischen Gremien noch geschehen kann. Wichtig ist jedoch, dass Sie die Auflistung Ihrer zurückgelegten Zeiten (= Versicherungsverlauf) dieser Renteninformation überprüfen und Unklarheiten mit dem Rentenversicherungsträger klären. Dies geschieht durch einen Antrag auf Kontenklärung. Dieses Formular erhalten Sie bei den Rentenversicherungsträgern oder im Internet (s. Seite: Links meiner Homepage). Es ist ratsam, eine Kontenklärung immer zeitnah durchzuführen; nach vielen Jahren ist es schwierig, erforderliche Originalunterlagen noch zu beschaffen.

 

Ab dem 43. Lebensjahr werden Sie von der Rentenversicherung aufgefordert, Ihr Konto zu klären, d.h. einen Antrag auf Kontenklärung zu stellen. Wer in seinem Versicherungsverlauf noch Lücken hat, sollte spätestens jetzt aktiv werden, Antrag ausfüllen, Belege zusammenstellen und dem Rentenversicherungsträger vorlegen.

 

Nach dem 55. Lebensjahr erhalten Sie alle drei Jahre eine Rentenauskunft. Hierbei geht die Rentenversicherung davon aus, dass Ihr Konto geklärt ist und keine rentenrechtlich relevanten Lücken mehr vorliegen.

 

Wenn Sie so Ihr Rentenkonto bis zum Rentenantrag sorgfältig prüfen, kann bei Ihrem Rentenantrag nichts mehr schief gehen.

 

Anmerkungen:

 Renteninformation und Rentenauskunft werden nicht mittels Bescheid versandt. Es handelt sich hierbei n i c h t um rechtsverbindliche Bescheide der Rentenversicherung, sondern lediglich um eine Information. Diese Informationen erhalten Sie auf Wunsch auch jederzeit. Bewahren Sie immer die aktuellen auf.

Ein Antrag auf Kontenklärung wird mit einem Bescheid beendet. Es wird hier über die Anrechnung oder Ablehnung von Zeiten entschieden. Gegen einen derartigen Bescheid kann Widerspruch eingelegt werden. Einen Bescheid unbedingt aufbewahren!!

 

S p ä t e s t e n s hier ist die Hinzuziehung eines Fachmannes/-frau, z.B. eines Rentenberaters, angeraten.