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Informieren Sie sich hier regelmäßig über die wichtigsten Neuigkeiten aus der Rentenversicherung.

 

neuester Beitrag:

 

Koalitionsvertrag der (wahrscheinlich) neuen Bundesregierung ab Mitte März 2018:

 

(Bonn, Berlin März 2018) "Die Rente muss für alle Generationen gerecht und zuverlässig sein. Dazu gehören die Anerkennung der Lebensleistung und ein wirksamer Schutz vor Altersarmut," so der erste Satz der Koalitionsvereinbarung zwischen den beiden C- Parteien und der SPD. Weiter geht es mit: "Vertrauen in die langfristige Stabilität der gesetzlichen Rentenversicherung ist ein hohes Gut in unserem Sozialstaat". Wollen wir einmal sehen, ob sich Vorschussvertrauen lohnt. Wohlgemerkt, es handelt sich um Punkte, die von einer Koalitionsregierung, so sie denn tatsächlich installiert wird, umgesetzt werden soll, ein Gesetz ist dies noch lange nicht. Ob's denn wirklich umgesetzt wird ???

 

Im Einzelnen:

 

Beitragssatz und Rentenniveau:

 

Das Rentenniveau soll bis 2025 stabil bei 48 Prozent sein und der Beitragssatz soll nicht über 20 % steigen. Bei diesen sportlichen Zielen bedarf es einer zusätzlichen Finanzquelle, und zwar aus Steuermitteln. Union uns SPD haben folgerichtig beschlossen, bei Bedarf Steuermittel einzusetzen, um diese Ziele zu erreichen. Die Höhe der Steuermittel kann noch nicht beziffert werden, sie ist von den weiteren Reformmaßnahmen abhängig.

 

Rentenstabilität ohne Beitragserhöhungen bei sinkender Zahl der Versicherten?

 

Mindestrücklage in der Rentenversicherung:

 

Jeder versucht, für Notzeiten Geld zurückzulegen, sei es auf dem Sparbuch oder in anderen Geldanlagen. So ist auch die Rentenversicherung gesetzlich verpflichtet, eine Rücklage zu schaffen. Zur Zeit beträgt diese Mindestrücklage 0,2 % der Monatsausgaben. So haben die zukünftig regierenden Parteien beschlossen, dass eine Rentenkommission geschaffen und eingesetzt wird, die Vorschläge erarbeiten soll, welche Mindestrücklage erforderlich sein wird, um eine ganzjährige Liquidität der Rentenversicherung zu schaffen.

 

Man darf gespannt sein, ob und wann diese Ideen in die Praxis umgesetzt werden!

 

Verbesserungen der Erwerbsminderungsrenten (früher Erwerbsunfähigkeitsrenten):

 

Zunächst soll die höhere Anrechnung einer Zurechnungszeit erfolgen. Zurechnungszeit ist die Zeit, die seit der Erwerbsminderung bis zum 62. Lebensjahr hinzugefügt werden. Bewertet werden dieses Zeiten mit bestimmten Durchschnittswerten, die sich aus dem Versicherungsleben ergeben. Die schrittweise Anhebung auf das 63. Lebensjahr ist bereits Gesetz, die Anhebung soll jedoch beschleunigt werden. Die ist von Vorteil für die (zukünftigen) Bezieher einer Erwerbsminderungsrente, führt jedoch zu Kosten für die Rentenversicherung in Höhe von bis zu 1,7 Milliarden Euro.

 

Die Finanzierung ist noch nicht gesichert, wir werden sehen ob und wann eine entsprechende Gesetzesvorlage vorgelegt wird.

 

Einführung einer Grundrente

 

"Die Lebensleistung von Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben, soll honoriert und ihnen ein regelmäßiges Alterseinkommen 10 % oberhalb des Grundsicherungsbedarfs zugesichert werden", so der Vertragstext. Und weiter: "Die Grundrente gilt für bestehende und zukünftige Grundsicherungsbezieher, die 35 Jahre an Beitragszeiten, Kindererziehungs- und Pflegezeiten aufweisen". Voraussetzung ist eine Bedürftigkeitsprüfung, ähnlich der Prüfung bei der Sozialhilfe. Die Grundrente soll durch die Rentenversicherung berechnet und ausgezahlt werden. Aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung sind diese Renten allein aus Mitteln der Steuern zu zahlen. Weiterhin seien bedürftigkeitsgeprüfte Leistungen zur Armutsvermeidung nicht von den Beitragszahlern, sondern von der Gesellschaft insgesamt zu tragen. Aus Sicht der Rentenversicherung dürfen Versicherungsleistungen und Leistungen der Fürsorge nicht vermischt werden.

 

Ambitionierte Ziele der Regierung: Zusätzliche Leistungen der Grundrente, bei Erwerbsminderungsrente bei gleichzeitiger Beitrags- und Rentenstabilität.

 

Verpflichtende Absicherung von Selbstständigen

 

Das Risiko von Selbstständigen, im Alter auf Grundsicherung angewiesen zu sein, scheint z.Z. doppelt so hoch, wie bei abhängig Beschäftigten zu sein. Die Koalition möchte die Selbstständigen gegen das "Risiko" Alter schützen, indem eine Versicherungspflicht eingeführt. Hier ist es ähnlich, wie bei der Autoversicherung: Versicherungspflicht besteht, die Wahl der Versicherung ist ist jedem Einzelnen überlassen. Bei einer Entscheidung für die gesetzliche Rentenversicherung stehen den Selbstständigen auch die weiteren Leistungen der Rentenversicherung zur Verfügung, wie z.B.: Reha - Maßnahmen und Renten wg. Erwerbsminderung. Die private Vorsorge soll im Dialog mit der Versicherungswirtschaft weiterentwickelt werden.

 

OK, aber warum Wahlmöglichkeit und Weiterentwicklung der Privatwirtschaft?

 

Einführung einer Säulenübergreifenden Renteninformation

 

Viele kennen die Renteninformation die regelmäßig in ihrem Briefkasten landen. Es sind/ waren neben der Versicherung in der gesetzl. Rentenversicherung jedoch auch viele in einem anderen Versorgungssystem, z.B. Versorgungskammern z.B. der Ärzte, versichert. Die Koalition wünscht eine umfassende und vergleichbare Renteninformation von Leistungen aller Säulen der Alterssicherung.

 

OK, aber kein Wort zu Eindämmung der privaten Versicherung, s.o.

 

Verbesserte Anrechnung von Kindererziehungszeiten

 

Z.Z. werden für alle ab 1992 geborenen Kinder 3 Punkte angerechnet. Je "Rentenpunkt" werden 2018 ca. 31 € ausgezahlt, bei 3 Kindern somit 93 €. Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, gibt es 2 Punkte. Dies will die Koalition ändern. Für Väter und Mütter, die drei und mehr Kinder erzogen haben, sollen sie einen weiteren Punkt erhalten, so dass diese Eltern dann für jedes Kind 3 Punkte erhalten. Vertragstext: "Das ist ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Altersarmut".

 

Nach Recherchen der Wochenzeitung ZEIT muss ein Elternpaar ca. 150.000 € für ein Kind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres durchschnittlich aufbringen. Rechnen Sie selber aus, wie wichtig tatsächlich dieser Baustein ist.

 

Ausweitung der MIDI - Jobs

 

Absenkung des Arbeitgeberbeitrages bei Minijobs von Zeitungszustellern. Hier der Vertragstext: "Zur Sicherung der bundesweiten Versorgung mit Presseerzeugnissen für alle Haushalte wird bei Minijobs von Zeitungszustellern/innen der Beitrag, den Arbeitgeber zu tragen haben, befristet für die Dauer von fünf Jahren bis zum 31.12.2022 von 15 % auf 5 % abgesenkt".

 

Hierzu ist nichts mehr zu sagen. Viele Menschen, mit steigender Tendenz, lesen nicht mehr das Printmedium, sondern laden sich die Informationen elektronisch herunter. Hat das eigentlich jemand untersucht wieviel Beteiligte das sind oder hat da (wieder) eine Lobby zugeschlagen?

 

 

 

"Nichts Neues, geschweige denn wirkliche und wirksame Reformen gibt es in diesem Koalitionsvertrag. Wie gewohnt", so Rentenberater Seyock von Rentenberatung Bonn. "Bei vielen beabsichtigten Vorhaben ist die Finanzierung nicht klar, man ergibt sich dem Ungefähren. Irgendwann, spätestens in der nächsten Generation wird die Rechnung aufgemacht. Aber dann sind die jetzigen Entscheider nicht mehr im Bundestag."